Donnerstag, 12. August 2010

Links rum um den Dal See und zurueck

Heute moechte ich euch auf eine Rundreise um den Dal See mitnehmen. Das ist der grosse See, an dem Srinagar - die Hauptstadt von Kaschmir- liegt. Erst mal ein Ueberblick:

Auf Grund der etwas unsicheren Lage in der Stadt wurde mir empfohlen, links herum zu fahren und die Stadt selbst zu meiden. So kam ich gleich mal durch einige Doerfer, wo mich die bewohner anstarrten, als kaeme ich vom Mond. Da sind wohl nicht so viele Touristen unterwegs. Aber nett und freundlich waren sie alle, die Doerfler meine ich.
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Ruderernachwuchs
Das haette ich auch gerne gemacht, aber das Wasser...
...wird hier von allen fuer alles genutzt. Hier sogar mal von einem Mann! zum Waesche waschen.
Auch der wartet auf eine Gelegenheit, ein Fischlein zu bekommen
Die Schafhirten in den Bergen laufen noch zu Fuss, hier ist man moderner.
Diese Jungs sorgten fuer mein Mittagessen
Durch dieses Loch musste ich 1 rs  = 17Eurocent schieben und erhielt dafuer eine Eintrittskarte zu einem alten Garten der Maharadschas. Richtig schoen gepflegt, leider war ich so ziemlich der einzige Besucher. gelegenheit, mal ein paar schoene Blumen zu fotografieren.

Dann bin ich zu einem weiteren Garten, hoch ueber dem See. Eher unschoen waren dort einige gut getarnte Geschuetzstellungen, allerdings unbemannt. Man vergisst dabei nie, dass Pakistan nicht weit ist. Und die wuerden sich Kaschmir nur zu gerne einverleiben.


Blick auf die Hausboote



Dann wurde ich von einer neuen Bestimmung bezueglich angemessener Bekleidung auf dem Motorrad ueberrrascht. Ich musste diese sofort anziehen.
Ich durfte mich entscheiden, ob ich diesen Stock zum Verscheuchen von Schafen und Rindviechern, oder aber eine Wasserpfeife als Statussymbol verwenden will. Ich entschied mich, als ueberzeugter Nichtraucher, fuer den Stock.
Dermassen gut geruestet kam ich heil wieder beim Hausboot an. Ein herrlicher Sonnenuntergang schaukelte mich ins Bett, in dem ich herrlich schlief, bis mich am naechsten Morgen ein Klopfen an der Tuer alarmierte: An meinem Motorrad sei...
Fortsetzung folgt.

Mittwoch, 11. August 2010

Ach wie schoen ist...Srinagar!


An der Ueberschrift sehr ihr schon, wie ich mich in Kargil entschieden habe: Links rum. Die Strassen nach Leh sind noch immer blockiert, 3 Bruecken sollen dort weg sein. Andererseits hoerte ich von der aktuellen Situation in Kaschmir und der Hauptstatdt Srinagar nichts, was einem wirklich Sorgen bereiten koennte. Zwar ist hier nach wie vor Generalstreik und nahezu alle Laeden sind zu, aber das ist schon seit 2 Monaten so. Wenigstens gibt es momentan keine Kloppereien oder schlimmer, Schiessereien mit der Polizei oder Armee.

Bereut habe ich meine Entscheidung bisher nicht. Die Fahrt von Kargil bis Srinagar war wunderschoen. Bis auf Plattfuss Nummer 6, aber daran habe ich mich mittlerweile gewoehnt. Ich bekomme inzwischen das Hinterrrad schneller raus als jeder Mechaniker. Nur flicken muss der dann. Die Bandage war wohl verrutscht, aber jetzt habe ich ein Stueck von meinem guten 3M Tape genutzt, um sie innen im Reifen zu verkleben. Immerhin, gestern bin ich ohne Ausfall durchgekommen.

Solche Schilder begleiteten mich einige Kilometer nach Kargil, Pakistan beginnt unmittelbar hinter dem Fluss. Bei solchen Warnungen traut man sich nicht mal, schnell an einem Baum Pipi zu machen-wenn man dabei beobachtet wird!

Landschaftlich war es richtig schoen und auch meine Lieblingsmotive, die Menschen, liessen mich nicht im Stich.

Auf Grund der schon genannten Umstaende -Reifen...- kam ich an dem Tag nicht mehr so weit, ein richtig schoenes Nachtquartier mit (warmer!! Dusche fand sich in Drass. Dieser Ort hat etwas ganz Besonderes zu bieten:

Zum Glueck war es in der Nacht nicht so kalt, aber ein wenig frisch schon. Ich habe mich am Abend noch ein warmgelaufen und bin durchs Dorf geschlendert.
Die grosse Moschee im Abendlicht

Hier gabs die Zutaten zu einem schoenen Salat

Am naechsten Morgen gings Richtung ZoJila, dem letzten grossen Pass auf meiner Tour. Um die "nur" 3500 Meter hoch, hat es die Strecke aber in sich. Schon die Anfahrt ist sehr schoen:
Gelegentliche Verkehrshindernisse nahm ich mit Freude hin, andere, wo ich zwei Stunden warten musste, mit weniger Vergnuegen. Nur weil da oben so ein paar Arbeitsbagger moeglicherweise kleine Felsen auf mich werfen koennten, wurde kurzerhand alles stillgelegt.
Dieses Foto entstand an der sog. Captains Curve. 1954 hat sich, waehrend der Bauarbeiten fuer diese Strecke, ein Engineer Captain samt seinem Jeep etwa 1 Kilometer in die Tiefe gestuerzt. Ein schoenes Denkmal mit einem christlichen, buddhistischen und muslimischen Teil steht jetzt dort und erinnert an ihn.

Ist das Edelweiss? Auf jeden Fall waechst hier jede Menge davon. Seit der Passhoehe bin ich in Kaschmir angekommen. Wie zu Hause in den Alpen, nur deutlich hoeher und exotischer. Alles ist gruen, nicht mehr so kahl wie im viel hoeheren Ladakh.

In Sonamarg habe ich den Berg hinter mir. Der Ort ist schon ganz kaschmirisch.

Das hat mich gewundert: Wo die Muslims doch nichts vom Schwein essen. Leider sah man nun auch dieses Bild immer oefters:

Da waren diese mir viel lieber:


So was passiert, wenn man rast:

Eiskaltes Gletscherwasser kuehlt dann schnell ab...


Und dann kam ich ohne Probleme nach Srinagar, sogar der Reifen hatte an diesem Tag gehalten. Ich hatte eine Adresse von einem schoenen Hausboot. In Srinagar schlafen und wohnen fast alle auf einem solchen. Entlang dem Dal See, wo die Leute in kleinen Booten -Shikaras- angeln oder Waren transportieren.


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Schoene Namen haben die Hausboote. Meins heisst "New Buckingham palace". Innen sieht es fast so aus, dies ist ein Blick zum Fenster raus:

Die gruene Gruetze sind uebrigens Unmengen Wasserpflanzen, garantiert biologisch. Zum Abschluss noch ein Bild, zwei Stunden spaeter entstanden:
Ich habe wunderbar geschlafen!